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Die drei Säulen der mittelalterlichen Wiener Wirtschaft im 15. Jahrhundert sind Handwerk, Weinbau und Handel

Handwerk

Die mittelalterlichen Handwerker waren sehr spezialisiert und dadurch entstand eine große Gruppe an sehr unterschiedlichen Handwerken.
Handwerker konnten ihre Waren auf den Marktplätzen verkaufen, wobei jedem Gewerbe eine bestimmte Stelle zugewiesen wurde. Größere Gruppen hattem eigene Handelhäsuer, wie etwa die Schuhmacher oder die Tuchhändler.
Auch Frauen Konten das Handwerk selbstständig ausüben, wie ein Blick in das Wiener Handwerkerverzeichnis zeigt, dort sind … Handwerkerinnen aufgeführt.

 

Handel

P1080101Die gute Lage Wiens zwischen den Handelachsen West und Ost und Nord und Süd legte den Grundstein für die wirtschaftliche Bedeutung Wien im späten Mittelalter.
Einen weiteren Anteil hatte der rege Weinhandel. Die Handelsbeziehungen über die Donau wurden durch das 1221 eingeführte Stapelrecht geschützt, welches bedeutet, dass fremde Kaufleute ihre Waren einen bestimmten Zeitraum in Wien „stapeln“ und anbieten mussten, bevor sie weiterzogen.
Die Namen der Häuser, verraten die Herkunft der Händler: Kölner Hof, Passauer Hof. Wien hatte wiederum ein Handelhaus in Venedig (Fondaco die Tedeschi).

Waren die in die Stadt gebracht wurden, mussten an den Toren verzollt werden.
Gegen Ende des 15. Jahrhunderts verlagerte sich der Schwerpunkt des Handels immer mehr nach Westen, sodass das Stapelrecht wirkungslos wurde und schließlich von Maximilian II. 1517 aufgehoben wurde.

Großhändler (heimische Kaufleute ) verhandelten den Wiener Wein ins Ausland und brachten dafür andere Güter (Tuche, Getreide, ..) nach Wien. Fremde Kaufleute „Gäste“ durften ihre Waren nicht direkt und auch nicht untereinander verkaufen, sondern mussten ihre Geschäfte über Unterkäufel (Agenten) abwickeln.

Der landesfürstliche Hansgraf war für die Einhaltung der Ordnung zuständig.

Die wichtigsten Güter des Großhandels waren: Wien, ungarisches Vieh, ungarisches Edelmetall, flämisches und rheinländisches Tuch, schwäbische und schlesische Leinwand, venezianische Gewürze und Seidenstoffe, Salz, Getreide. Die waren wurden an den dafür bestimmten Plätzen angeboten: Ochsenmarkt, Roßmarkt, Tuchlauben, Salzgries, Getreidemarkt, die Namen erinnern noch heute an diese Zeit.
Die Jahrmärkte fanden zwei Mal im Jahr statt.

Die heimischen Kaufleute waren auf Grund ihres Reichtums auch politisch einflussreich, sie dominierten den Rat.

Wein

Wein war in Wien über Jahrhunderte das wichtigste Exportgut, ausländische Weine durften so gut wie nie importiert werden und wen mit Genehmigung. Man wollte sich vor allem gegen die ungarischen Weine schützen und auch der Welsche Wein durfte nur mit Genehmigung importiert werden.

Folgende Sorten wurden zu dieser Zeit angebaut:

Blauer Veltliner = malvasier

Weißer Veltliner

Blauer ?

Traminer

weinViele Wiener Bürger, Stifte und Klöster besaßen Weinanbaugebiete, die auch den Wein selber ausschenken durften. In den Wiener Testamenten wurden diese Weingebiete oftmals an Kirchen und Klöster weiter gegeben.

Die Weinanbaugebiete nahmen im frühen 15. Jahrhundert sogar flächenmäßig derart überhand, dass Albrecht?. einen Anbaustopp befehligen musste, da sonst gar kein Platz für den Anbau von Grundnahrungsmittel gewesen wäre.

Die Weinernte wurde nicht nur durch die Witterung sondern durch politische Unruhen beeinflusst.

Da die Hauptweinanbaugebiete rund um Wien gelegen waren, lagen sie oft im Mittelpunkt der Streitigkeiten zwischen Friedrich III. und seinen Brüdern. Während der Belagerung Wiens von Mattias Corvinus wurde sogar ein Waffenstillstand beschlossen, damit die Wiener die Weinernte vor dem Leopoldsberg einholen konnten.  Geerntet wurde in der Regel bis zum 15. November.

Besitzer von Weingärten durften ihren Wein auch selber ausschenken und mussten dafür natürlich Abgaben an den Landesherren zahlen. Die Ausschank erfolgte nach einem bestimmten Turnus und wurde durch das Aushängen eines Reisigzweiges an den Häusern kenntlich gemacht.

Die riesigen Kelleranlagen zum Lagern der Fässer unter den Wiener Häusern erinnern heute noch an diese wirtschaftlich sehr lukrative Zeit.
Händler verhandelten ihre Ware zumeist an auswärtige Händler, die zwecks Geschäftsanbahnung nach Wien kamen und fuhren eher selten selber in die jeweiligen Absatzgebiete.
Wiener Wein wurde zum größten Teil die Donau hinauf exportiert bis nach Regensburg, Deggendorff, Passau,….
Dabei wurden die Schiffe mit Fässern beladen und mit Pferden die Donau hinauf gezogen, die Treppelpfade entlang der Donau sind auch heute noch gut zu erkennen.
Kaufleute und reiche Bürger dominierten in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts das politische Machtgefüge in Wien.
Ab dem 14. jahrhundert wurde es modern Bürgerwappen zu führen, die vor allem zum Siegeln der Geschäftspapiere verwendet wurden.
Bürgerliche Wappen haben im Gegensatz zu adeligen Wappen keine Helmzier und keinen Mantel am Wappenschild und der Besitzer kann  auch keinerlei Privilegien davon ableiten.

Künstler

Einen Blick in das Künstlerverzeichnis von Wien zeigt, dass in Wien immer sehr rege gebaut oder umgebaut wurde. Der Stephansdom war natürlich die Großbaustelle schlechthin und beschäftige Dombaumeister, Steinmetze, Maurer und andere verwandte Berufe.
Auch Glaserer hatten offenbar eine weites Betätigungsfeld, das Rathaus; Kirchen und andere öffentliche Gebäude wurden gerne mit Glasfenstern ausgestattet.
Bei zeremoniellen Anlässen waren die Schildermaler und Maler sehr gefragt, mussten doch vielen Fahnen und andere Stoffe bemalt werden, z.B. anlässlich des Einzugs von Ladislaus Posthumus in Wien 1452.

 

 

 

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