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Die Kleidung der Wiener aus der Zeit zwischen 1440 und 1480.

An Hand von bildlichen und schriftlichen Quellen versuchen wir einen kurzen Abriss über die Wiener Mode in dieser Zeit zu geben. Als bildliche Quellen werden Tafelmalereien und Skulpturen aus dem Wiener Raum und aus den österreichischen Landen herangezogen. Dazu zählen das heutige Niederösterreich, Steiermark aber auch Salzburg. Einige Punkte haben wir versucht aus den Testamenten verschiedener Städte (Wien, Waidhofen an der Ybbs und Wiener Neustadt) heraus zu arbeiten, da viele Kleidungsstücke nur namentlich bekannt sind, aber eine bildliche Zuordnung noch nicht möglich ist.

Die burgundischen Modeeinflüsse scheinen in Wien keine große Rolle zu spielen und sich mehr auf den Hofstaat Friedrich III. zu beschränken (siehe Miniator aus der Hofwerkstatt Friedrich III.) Diese Modeeinflüsse haben sich offenbar mehr auf den süddeutschen Bereich ausgedehnt und sind daher auch in Salzburg zu finden.

Die Wiener sind auf Grund ihrer weitreichenden Handelsbeziehungen und ihrer kaiserlichen Privilegien eine Stadt mit reichen Bürgern. Aus diesem Grund können sich auch viele den Luxus teurer Kleidung leisten. Das den Menschen im späten Mittelalter Kleidung und Luxus sehr wichtig ist, ist aus den Kleiderordnungen verschiedenster deutscher Städte abzulesen (Nürnberg, Ulm, ..), mit deren Hilfe versucht wird  diese Ausschweifungen einzudämmen.

Aus Wien ist nur eine Kleiderordnung aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts überliefert. Anton von Geusau hat aus dem „Gedenkbuch des Wiener Stadtmagistrats“ eine Abschrift gemacht. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um eine Abschrift aus dem 1. Teil  des Copeybuches von 1440-1460, welches im 19. Jahrhundert verschwunden ist.  Sie gibt einen kleinen Hinweis auf den Wiener  Luxus bei der Ausstattung der Kleidung. Die darin enthaltenen Regelungen beziehen sich auf die Verwendung von Pelzen, Stoffen, Verzierungen und sind je nach gesellschaftlichen Stand geregelt und materiell eingeschränkt. Zuwiederhandeln wird mit Geldstrafen geandet.

Der Kleiderluxus der Wiener Bürger äußert sich u.a. in der Verwendung teurer Stoffe wie Samt, Seide und Brokat. Sogar Handwerker können sich zu dieser Zeit seidene Ärmeln leisten.

Leinen wird beim Obergewand wohl eher nur von den unteren Schichten verwendet, da er den Bürgen sicher vom Material zu wenig aufwendig ist und sie sich lieber teurere Stoffe leisten wollten und können.

Die Mautordnung aus Weitra von 1499 gibt an, welche Stoffe in den Städten des Waldviertel gehandelt werden:

Böhmisches Tuch, kölnisches Tuch, Barchent ( Baumwollstoff), Golschen (gewürfelte Leinwand), Zwillich (zweifädige gemusterte Leinwand). Diese Stoffe wurden sicher auch in Wien verwendet.

Als Pelz dürfen je nach Stand u.a. folgende Tiere verwendet werden: Fuchs, Marder, Eichhörnchen, verschiedene Wieselarten und sogar Zobel.

Wenn wir uns die mittelalterlichen Tafelgemälde anschauen, zum Beispiel die Tafeln des Meisters des Wiener Schottenaltares, Wien um 1465/80 dann sind die Straßen in Wien sehr bunt. Die häufigsten Farben sind:  Rot, Weinrot, Hell- und Dunkelblau,  kräftiges Erbsgrün, Gelb, Braun in allen Farbschattierungen und Grau, wobei die Farben bei einer Garnitur Kleidung sehr bunt gemischt sind.

 


Die folgenden Betrachtungen beziehen sich auf bildliche, schriftliche oder bildhauerische Quellen aus dem österreichischen und Wiener Raum.

Männerkleidung

Frauenkleidung

 

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