Willkommen auf den Seiten von Societa Nobile

 


 

< zurück

 

Männerkleidung im 15. Jahrhundert (Österreich)

Die Unterhose für Männer ist in der Regel aus naturweißem Leinen gefertigt. Bei Unterhosen sind Schnitte von knapp bis knielang gebräuchlich. Die Unterhosen werden mit einem Kordelzug gehalten und hatten manchmal auch vorne einen Schlitz.

Das Hemd (Pfayd) ist ebenfalls meist aus Leinen und kann manchmal auch gebleicht sein. Bei Wohlhabenden kann das Hemd auch aus Seide gefertigt sein. Hemden sind meist in einem einfachen T-Schnitt gefertigt und bis zu oberschenkellang. Hemden werden ausser Haus nie als oberstes Bekleidungsstück getragen. Meist wird zumindest ein Wams getragen.

Beinkleider (Par Hosen):

Die Hosen sind dem Aussehen nach bis zur Hüfte eng anliegende reichende Strümpfe aus Wolle in Köperbindung oder Leinen mit einem Hosenlatz an der Vorderseite. Die Hose ist vorwiegend aus Wolle gefertigt und wird an den Füßen entweder mit den sogenannten Füsslingen abgeschlossen oder mit einem Steg an der Fußsohle auf Spannung gehalten. Die beliebtesten Farben sind schwarz, rot und diverse Brauntöne sowie seltener blau oder grün. Die Hose wird nicht nur mit dem Hemd sondern immer in Verbindung mit dem Wams getragen, da diese miteinander durch Nestelschnüre verknotet wird und so ein Herunterrutschen der Hosen verhindert.
Bei der einfachen Bevölkerung (Bauern) werden noch Hosen (Beinlinge) getragen, die seitlich hochgezogen sind und dort mit Nestelbändern an der Unterhose befestigt werden.


Wams:

Das Wams wird über dem Hemd getragen und ist eng am Körper anliegend, mit einer stark betonten Taillie. Als Material wird meist Wollstoff verwendet. Das Wams wird entweder mit Nestelbändern oder mit Knöpfen verschlossen. Darüber wird in der Regel ein Rock getragen.

Rock:

Beim Rock (auch Joppe oder in nördl. Reichsteilen Schecke genannt) handelt es sich um ein männliches Obergewand, das ab dem späten 14. und im 15. Jh. getragen wird. Der Rock ist im Brustbereich eng anliegend und wird entweder offen oder mit Knöpfen oder einer Nestelschnur im Halsbereich verschlossen. Über der Tailie wird der Stoff in Falten gelegt und mit einem Gürtel geschlossen. Die Ärmel können eng, aber auch sehr weit geschnitten sein. Der Rock wird immer über dem Wams getragen und kann entweder eine Länge bis knapp über das Gesäß oder auch bis Knielang haben. Ein Rock wird gelegentlich auch über der Rüstung (Harnisch) als Kälteschutz getragen. Als Material für die Anfertigung eines Rockes wird meist Wollstoff verwendet.

Mäntel:

Ein Mantel oder Umhang besteht meist aus festem Wolltuch oder Loden und kann auch gefüttert sein. Als Kleidungsstück ist es ein wichtiger Wetterschutz und in allen Bevölkerungsschichten nachweisbar. Häufig sieht man auf Abbildungen auch Mäntel die mit mehreren Knöpfen auf der Schulter geschlossen werden. Dieser Mantel ist mindestens oberschenkel- oder knielang.

Die Schaube ist ein langer Mantel meist mit großen Pelzkragen. Angefertigt wird die teure Schaube aus schwarzen, seltener grauen, braunen oder roten, feinen Wollstoffen, und für kältere Jahreszeiten weist sie ein zusätzliches Pelzinnenfutter auf.

Schuh- und Stiefelmode:

Das spätmittelalterliche Schuhwerk ist überwiegend aus Rindsleder seltener aus Ziegenleder gefertigt. Die Schuhe sind wendegenäht und damit mit weicher Sohle und ohne Absatz. Nebst wendegenähter Schuhe werden aber bereits auch Schuhe mit aufgenähten Laufsohlen verwendet. Zum Schutz vor allzuschnellem Verschleiß werden außerhalb der Häuser dazu sogenannte Trippen über den Schuhen getragen. Die gängigste Schuhform des Spätmittelalters ist der spitze Halbschuh. Daneben werden noch Halbstiefel und als Reitstiefel auch Ausführungen mit bis über die Oberschenkel reichenend Schäften verwendet. Die Schuhe und Stiefel werden normalerweise verschnürt oder mit Schnallen geschlossen. Das Tragen von gespitzten Schuhen, eine sonst im 15. Jahrhundert charakteristische Modeneuerung, ist den Wienern durch die geltende Kleiderordnung verboten.

Kopfbedeckungen:

 Im späten Mittelalter werden verschieden Formen von Filzmützen sowie aus Stoff gefertigte Mützen und Hauben getragen. Kopfbedeckungen werden in jeglicher Art gerne getragen. Woll- und Filzmützen sind in vielen Varianten modern. Die Gugel, die schon im 12. Jh. getragen wird, erhält auf ihrer Rückseite einen "Schwanz". Diesen langen "Gugelschwanz" kann man – je nach Lust und Laune – um den Hals legen oder turbanartig um den Kopf wickeln. In der Hutmode gibt es bei den Männern keine Grenzen!

Gürtel und Accessoires:

Der modische Gürtel im 15. Jh. ist ein schmaler ca. 3 cm breiter Ledergürtel mit lyraförmiger Schnalle sowie halbmondförmigen Endbeschlägen. Als Schnallen kommen auch noch D-förmige oder rechteckige Formen sowie diverse Doppelrahmenformen vor. Der Gürtel ist so lang, dass das Ende im geschlossenen Zustand noch ca. 20-30 cm herabhängt. Gürtelbeschläge sind selten und wenn vorhanden sehr schlicht ausgeführt.
Ein weiteres wichtiges Accessoire ist die lederne Gürteltasche. Die verbreitetste Form ist die Nierenform, zusätzlich kommen im süddeutschen Raum auch runde oder eckige Gürteltaschen vor. Die Gürteltasche ist vielfach mit Beschlägen aus Zinn oder Silber verziert. Ausser der Gürteltasche werden keine weiteren Behältnisse offen am Gürtel getragen.
Anstatt der Gürteltasche werden auch Taschen aus Stoff in der Form überdimensionaler Geldtaschen mit metallener Aufhängevorrichtung verwendet.
Zu den wohl wichtigsten und unverzichtbaren Accessoires eine Mannes gehört aber der Dolch als Symbol der Wehrhaftigkeit. Die beliebtesten Typen sind dabei der Hoden- oder Nierendolch und der Scheibendolch.

 

 

 

< zurück

Powered by Spearhead Software Labs Joomla Facebook Like Button