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Wer waren die ersten Büchsenmeister?

Denkende Köpfe, Künstler und Handwerker, als eine Mischung aus all diesen Kreisen kann man die ersten Büchsenmeister durchaus benennen. Das alchemistische Wissen um die Macht der Elemente im Pulver, das handwerkliche Geschick in der Herstellung der Geschütze und deren Geschoße und der Gedanke die Elemente zur Geschützkunst zu vereinen definieren den Geschützmeister.

Da es sich bei einem Geschütz in seinem Wesen und in seiner Wirkung um eine aus Metall, Holz und Pulver in ihrem Wesen um zusammengesetzte Maschine handelt erfordert dies  daher auch das Wissen aus verschiedenen Bereichen der Wissenschaft und Handwerkskunst das nach dem damaligen strengen Zunftgesetzen nicht vereinbar war.

Ein Schmied oder Glockengießer durfte das Rohr erzeugen, der Zimmermann und Wagner baute das Gerüst, der Steinmetz die Kugeln und der Alchemist das Pulver.

Daraus resultierend mussten für die Bedienung und dem Gebrauch des Ganzen, Männer auftreten die das richtige Verständnis für die Sache gepaart mit dem Wissen um die handwerksmäßigen Techniken in sich vereinten. Diese Männer rekrutieren sich aus den verschiedensten Ständen und Klassen und man weiß von Büchsmeistern die nicht Handwerker sondern früher Ärzte, Ritter ja selbst Priester gewesen sind.

Unterschieden wurde in sogenannte „ausübende“ und „erzeugende“ Artilleristen. Dieser Unterschied tat sich zwar nie besonders hervor, da die ausübenden Artilleristen sich meist auch in der Erzeugung der Geräte verstanden und so die meisten der Büchsmeister mit ihren selbst hergestellten Geschützen ins Feld zogen. Erst später durch die angestellten Büchsenmeister der Stadtverwaltungen wurde dieser Unterschied größer.

Durch ihr umfangreiches Wissen und Können waren die Büchsenmeister nicht so einfach in die vorherrschenden Gesellschaftsklassen einzuordnen, sie waren weder Handwerker im Sinne der Zünfte noch waren sie einfache Soldaten. Sie unterschieden sich von der Handwerker dadurch dass sie ihre Kunst frei ausüben durften ohne dabei von einem Gilden- oder Zunftmeister abhängig zu sein und im militärischen durch ihre Privilegien waren sie Offizieren gleichgestellt.

Durch die Ausübung ihres Berufes als freies Gewerbe wurden die Büchsenmeister als Spezialisten allerorts sehr gefragt und durch hervorragende Arbeit im Dienste immer neuer Kriegsherrn, mächtiger Fürsten oder Städte steigerten sie ihren Marktwert konnten so weitreichende Privilegien und eine hohe Entlohnung verlangen. Durch die Spezialisierung in einem Kriegshandwerk war das Einkommen eines Büchsenmeisters natürulich von derartigen Ereignissen abhängig und so war es auch eine Tatsache, dass die Büchsmeister häufig ihre Tätigkeit über den regionalen Lebensbereich hinaus ausübten.


Literatur:

Rainer Leng, Strukturen der Gesellschaft im Mittelalter – Ein neuer Beruf im Mittelalter;
Anton Dolleczek; Geschichte der Österr. Artillerie von den frühesten Zeiten bis zur Gegenwart;

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